Wege zu Anderen und zu uns selbst

Liebe Freundinnen und Freunde von Proust,

Warum wählen wir im Zweifel lieber befestigte Wege statt Trampelpfade?
Warum reisen wir in die Ferne, wenn sich bereits in nächster Nähe eine ganze Welt auftut?
Warum spielen Klaviere ausgerechnet in Sibieren eine bedeutende Rolle
als Symbol europäischer Kultur
?
Ob Flaneur in Pariser Passagen oder Klimaforscher bei Temperaturen
von bis zu minus 45 Grad Celsius in der Finsternis der Polarnacht in der Arktis -
unsere Wege durch die Welt sind immer auch Entdeckungsreisen auf neuen Böden,
zu neuen Erkenntnissen und zu auch
unangepassten Zeitdiagnosen.


Robert Moor
Wo wir gehen
Unsere Wege durch die Welt
Aus dem amerikanischen Englisch von Frank Sievers
Insel Verlag, geb., 409 Seiten, € 24,00

Warum wählen wir im Zweifel lieber befestigte Wege statt Trampelpfade? Warum finden Ameisen scheinbar mühelos ihren Weg durch unbekanntes Terrain? Und warum haben Lebewesen überhaupt begonnen, sich von einem Ort fortzubewegen?
Als Robert Moor den Appalachian Trail entlangwanderte und endlose Kilometer auf den Weg vor seinen Füßen starrte, trieb ihn mehr und mehr die Frage um, warum es überhaupt so etwas wie Wege gibt und wie sie entstehen. Er reiste sieben Jahre lang rund um den Globus, beschritt große Routen ebenso wie schmale Cherokee-Pfade - und setzte sich der Wildnis aus. Seine eigenen Erlebnisse verbindet er aufschlussreich mit Erkenntnissen aus Wissenschaft, Geschichte und Philosophie.
Ein inspirierendes erzählendes Sachbuch, ein wunderbares Stück Nature Writing, eine Entdeckung!

Das will ich lesen!


Wo wir gehen



Reise um meinen Garten

Alphonse Karr
Reise um meinen Garten
Ein Roman in Briefen
Übersetzt von Caroline Vollmann
Die andere Bibliothek, geb.,
433 Seiten, € 24,00

Ein Garten genügt. Ein entzückender Ort des Zaubers und des Spektakels im Alltäglichen und Kleinsten. Warum in die Ferne reisen, wenn sich in der nächsten Nähe eine ganze Welt auftut?

In den 59 Briefen seines Romans Reise um meinen Garten nimmt uns Alphonse Karr mit auf eine Reise, die nicht weiter führt als in den eigenen Garten. »Alles reist«: der Käfer auf dem Blatt, die Gallwespe, der Zugvogel, der Himmel und die Farben, ja sogar das Klima und die Jahreszeiten.

Alphonse Karrs Reise um meinen Garten erschien im April 1845 in einer Luxusausgabe, illustriert von den besten Graveuren seiner Zeit, mit großem Aufsehen. Es wirkte wie ein Gegenmittel in einer Epoche, in der die Welt- und Entdeckungsreisen ihren Höhepunkt erlebten.


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Walter Benjamin
Passagen, Durchgänge, Übergänge
Eine Auswahl.
Herausgegeben von Johanna Sprondel
Reclam, kt., 120 Seiten, € 6,00

Flanieren Sie mit Walter Benjamin durch Paris, die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts mit seinen Passagen. Benjamin rückt diese Passagen in den Mittelpunkt seines Versuchs einer Geschichts-philosophie des 19. Jahrhunderts.
Wir können lesen, was Benjamin sah: Marmorfußböden und Kassettendecken, kunstvoll geschliffenes Glas, Bögen und Arkaden. „1839“, schreibt Benjamin, „war es elegant, beim Promenieren eine Schildkröte mit sich zu führen. Das gibt einen Begriff des Flanierens in den Passagen.“
Und er fährt fort: „Wenn die Passage die klassische Form des Interieurs ist, als das die Straße sich dem Flaneur darstellt, so ist dessen Verfallsform das Warenhaus. Das Warenhaus ist der letzte Strich des Flaneurs. War ihm anfangs die Straße zum Interieur geworden, so wurde ihm dieses Interieur nun zur Straße, und er irrte durchs Labyrinth der Ware wie vordem durch das städtische.“

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Passagen, Durchgänge, Übergänge. Eine Auswahl

Sibiriens vergessene Klaviere


Sophy Roberts
Sibiriens vergessene Klaviere
Auf der Suche nach der Geschichte, die sie erzählen
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Zsolnay, geb., 398 Seiten, € 26,00

Sibirien, das ist unerbittliche Kälte und enorme Weite. Sibirien, dieses Gefängnis ohne Dach, ist aber ebenso von verblüffender Schönheit. Welch bedeutende Rolle ausgerechnet hier Klaviere als Symbol europäischer Kultur spielen, zeigt die Britin Sophy Roberts auf ihrer kulturhistorischen Spurensuche.
Dabei gelingt es ihr nicht nur, zahlreiche einst berühmte Instrumente zwischen dem Ural und der Insel Sachalin ausfindig zu machen, sondern auch ihre Geschichten zu rekonstruieren:
von der Pianomanie der Zarenzeit bis zur Leidenschaft des Lotsen der Aeroflot, von der sowjetischen Manufaktur "Roter Oktober" bis zur jungen mongolischen Pianistin Odgorel, die in ihrer Jurte Bach spielt.

„Das beste Sachbuch, das ich je gelesen habe. … Brillant erzählt, in einer Sprache, in der sehr viel Herz ist, Seele; in der Roberts in einer überbereisten Welt einen ganz neuen Sound findet, um eine solche Reiseerfahrung zu beschreiben.“ Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur

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Terje Tvedt
Der Nil
Fluss der Geschichte
Aus dem Norwegischen von Andreas Brunstermann, Gabriele Haefs und Nils Hinnerk Schulz.
Christoph Links Verlag, geb.,
592 Seiten, € 35,00

Kaum ein Fluss hat die Menschen derart in den Bann gezogen wie der Nil. Schon aufgrund seiner gewaltigen Länge stellte er Anwohner und Reisende bis ins 19. Jahrhundert hinein vor Rätsel: 6800 Kilometer windet er sich durch Regenwälder, Sumpfgebiete und schließlich die Wüsten Ägyptens, wo man sich wunderte, woher all das Wasser kam. An den Ufern des Nils herrschten Pharaonen, osmanische Kalifen und britische Gouverneure, er wurde zum Rückgrat der kolonialen Erschließung Afrikas und zu einem Schauplatz des Kalten Krieges. In den letzten Jahren wiederum hat sich das Flussbecken so schnell und radikal verändert wie nie zuvor in seiner Geschichte - mit unabsehbaren Auswirkungen auf Natur und Gesellschaften. Die spannende Biografie eines Flusses, ohne die auch aktuelle Konflikte wie der Staudammbau in Äthiopien nicht zu verstehen sind.

Der Nil


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Expedition Arktis

Esther Horvath,
Sebastian Grote,
Katharina Weiss-Tuider

Expedition Arktis
Die größte Forschungsreise aller Zeiten
Mit einem Vorwort von Markus Rex
250 farbige Abbildungen.
Prestel Verlag, geb., Großformat,
286 Seiten, € 50,00

Der exklusive Fotoband zur Jahrhundertexpedition in die Arktis.
Im September 2019 legte die Polarstern in Richtung Arktis ab - an Bord das internationale MOSAiC-Forscherteam, das die Auswirkungen des Klimawandels auf das ewige Eis erkundet. Chronologisch aufgebaut dokumentiert der bildgewaltige Band in bisher ungesehenen Fotografien von Esther Horvath Leben und Arbeiten während der einjährigen Reise unter den extremen Bedingungen am Nordpol.

Begleitet von kenntnisreichen Essays und Textbeiträgen von Experten, Wissenschaftlern und Expeditionsteilnehmern ist der Band ein eindrucksvolles Zeugnis der wohl größten klimatischen Herausforderung unserer Zeit und bietet Einblicke in dieses einmalige Forschungsprojekt sowie die spektakuläre, schützenswerte Polarlandschaft. Mit ihrem Eisbären-Foto aus der Arktis hat Esther Horvath den 2020 World Press Photo Award gewonnen.
Das Vorwort ist von Expeditionsleiter Markus Rex.
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Ebenso lieferbar:
Der Expeditionsbericht des Leiters der »MOSAiC« genannten Forschungsmission:
Markus Rex, Eingeforen am Nordpol. Der Expeditionsbericht.
Mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Grafiken, Bertelsmann, 320 Seiten, € 28,00
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Soeben erschienen:

Barack Obama
Ein verheissenes Land
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Sylvia Bieker u.a.
Mit 32 Seiten Farbbildteil
Penguin, geb., 1016 Seiten, € 42,00

Ein verheißenes Land ist ungewöhnlich intim und introspektiv – die Geschichte eines einzelnen Mannes, der eine Wette mit der Geschichte eingeht, eines community organizer, dessen Ideale auf der Weltbühne auf die Probe gestellt werden. Obama berichtet offen vom Balanceakt, als Schwarzer Amerikaner für das Amt zu kandidieren und damit die Erwartungen einer Generation zu schultern, die Mut aus der Botschaft von „Hoffnung und Wandel“ gewinnt, und was es bedeutet, die moralische Herausforderung anzunehmen, Entscheidungen von großer Tragweite zu treffen. Er spricht freimütig über die Kräfte, die sich ihm im In- und Ausland entgegenstellten, gibt ehrlich Auskunft darüber, wie das Leben im Weißen Haus seine Frau und seine Töchter prägte, und scheut sich nicht, Selbstzweifel und Enttäuschungen offenzulegen. Und doch verliert er nie den Glauben daran, dass innerhalb des großen, andauernden amerikanischen Experiments Fortschritt stets möglich ist.



Ein verheißenes Land

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Soeben in Neuauflage erschienen:
Nobelpreis für Literatur

Louise Glück
Averno
Übersetzt von Ulrike Draesner
Englisch / Deutsch.
Luchterhand, geb. 176 Seiten, € 16,00

Averno ist der Name eines vulkanischen Kratersees in der Nähe von Neapel. Für die alten Römer war hier der Eingang zur Unterwelt. Die Mythologie, die Natur, der Mensch zwischen Liebe, Leben und Tod – das sind die Themen der mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten amerikanischen Dichterin Louise Glück. In diesem Jahr erhielt sie den Literaturnobelpreis „für ihre unverkennbare poetische Stimme, die mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell macht“.

„Wie sind Kälte, Hässlichkeit, Vergänglichkeit zu ertragen? Wie kann man leben, wenn man die Hölle gesehen hat? Diese Frage trägt Louise Glück in einer einfachen, klaren, schnörkellosen Sprache vor, lyrisch aufgeladen, ohne Pathos.“ Jürgen Brôcan


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Karina Urbach
„Das Buch Alice“
Wie die Nazis das Kochbuch meiner Großmutter raubten.
Propyläen Verlag, geb., 420 Seiten, € 25,00

Das Kochbuch „So kocht man in Wien“ der Jüdin Alice Urbach war ein Bestseller. 1938 erschien es unter einem anderen Autorennamen. Was geschah mit der Autorin? Die Enkelin Karina Urbach, Historikerin in Princeton, forschte in Archiven und fand längst verloren geglaubte Briefe und Dokumente. Hier erzählt sie nun die Geschichte ihrer Großmutter: aus der Familie eines reichen Wiener Textilunternehmens kommend, entwickelt diese ein Faible für die großbürgerliche Küche, erzieht zwei Söhne alleine, emigiert, leitet ein Flüchtlingsheim für jüdische Mädchen in London, geht später in die USA, und stellt dort im Fernsehen ihre besten Rezepte für Mehlspeisen und Tafelspitz vor.

„Spannend, berührend und erkenntnisreich: Karina Urbach hat ein großartiges Buch über eine starke Frau geschrieben, die durch nichts zu erschüttern war und ihr bisschen Glück zum Glück für andere machte.“  Heribert Prantl



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Alle Buchtipps aus unseren Corona-Newslettern und noch weitere finden Sie gebündelt auch auf unserer Homepage unter "Unsere Weihnachtstipps 2020"!

Die geplanten vier verkaufsoffenen Adventssonntage finden ohne uns statt -
wir verbringen den Advent zuhause mit der Familie oder mit Freunden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an Werktagen! Und wir liefern gerne alle Bücher auch  zu Ihnen nach Hause - an Werktagen, nicht an Adventssonntagen.
Bis Weihnachten sind wir von Montag bis Samstag von 10.00 - 19.00 Uhr für Sie da.

Mit herzlichen, vorweihnachtlichen Grüßen aus der Akazienallee

Ihr Team von Proust

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proust
wörter + töne GmbH
Akazienallee / Am Handelshof 1
45127 Essen
Tel. 0201/8396840
Fax 0201/8396841
 
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